| hygroskopische Feuchte |
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| Geschrieben von: Administrator |
| Freitag, den 16. Oktober 2009 um 18:13 Uhr |
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Hygroskopische Feuchte durch hohe Salzkonzentrationen
Hygroskopische Feuchte entsteht durch wasseranziehende Salzeinlagerungen in Wandbereichen. Schwerpunkte sind oft alte Toilettenanlagen, stillgelegte Schornsteine, ehemalige Ställe oder Räume in denen Chemikalien, Düngesalze u.ä. gelagert oder verarbeitet wurden. Prinzipiell gibt es kein altes Mauerwerk ohne eingelagerte Salze. Die hygroskopische Aktivität der verschiedenen Salze (Nitrate, Cloride, Sulfate) ist unterschiedlich und wird hauptsächlich von der Temperatur und der Luftfeuchte bestimmt. Das bei hoher Luftfeuchte aufgenommene Wasser reichert sich in der Wand immer mehr an, wenn es nicht wieder verdunsten kann. Abhilfe ist nur möglich durch einen sehr aufwändigen Maueraustausch (nur bei extremer Versalzung zu empfehlen), Entsalzungskompressen oder durch Putzerneuerung. Da sich die Salze vor allem im Putz anreichern, lassen sie sich mit dem Putz leicht entfernen. Danach die Wand gründlich abkehren, Fugen tief auskratzen und neu verputzen. Verschiedene entwickelte Entsalzungsverfahren sind sehr aufwändig und haben sich größteteils in der Praxis nicht bewährt. Am ehesten hat sich die Entsalzung mittels Kompressen bewährt. Dazu wird eine salzanziehende Paste aufgestrichen und nach Austrocknung wieder entfernt. Vor solchen Maßnahmen sollten aber unbedingt Salzproben entnommen und ausgewertet werden.
Hygroskopie Hygroskopie (v. griech. hygrós „feucht, nass“ und skopein „anschauen“) bezeichnet in der Chemie und Physik die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Umgebung (meist in Form von Wasserdampf aus der Luftfeuchtigkeit) zu binden. Viele aufnehmende Stoffe – soweit es sich um feste Stoffe handelt – zerfließen oder verklumpen durch die Wasseraufnahme. Davon ausgenommen sind poröse Materialien, die das Wasser in ihren Hohlräumen binden. Hygroskopie wird oft fälschlicherweise als Hydroskopie (aufgrund des altgriechischen Wortes το ύδορ „das Wasser“ – sprich „to hydor“) bezeichnet. Das deutsche „hydros“ kommt vom Genitiv, welcher sich dann im Griechischen ύδρος schreibt.
Unerwünschte Effekte Die Eigenschaft ist in der Praxis oft unerwünscht, zum Beispiel wenn Kochsalz aufgrund von aufgenommener Luftfeuchtigkeit verklumpt. Kochsalz ist allerdings nicht selbst hygroskopisch, die Feuchtigkeitsaufnahme resultiert aus Spuren von Magnesiumchlorid im Kochsalz. Auch in anderen Bereichen ist dieser Effekt von Bedeutung. Bei Zuckerwaren (Bonbons und Lollies) verändert sich die Oberfläche: transparente Produkte werden matt, glatte Oberflächen kleben und glänzende Bonbons (z. B. Goldnüsse und Seidenkissen) verlieren den Glanz (Fachbegriff "Absterben"). Minderwertige Ware mit hohem Wassergehalt zerläuft (Fachbegriff "kaltes Fließen"). Die Bremsflüssigkeit von Fahrzeugen neigt ebenfalls dazu, Wasser zu binden. Beim Bremsen erwärmt sich die Bremsflüssigkeit. Dabei kommt es zur Wasserdampfbildung im Bremssystem, was zum Absinken des Bremsdrucks führt. Aus diesem Grund wird ein zweijähriger Wechsel der Bremsflüssigkeit empfohlen. Auch im Modellbau ist der hygroskopische Effekt unerwünscht, da der für Glühzündermotoren verwendete Treibstoff Nitromethan enthält, welches hygroskopisch ist und so oft durch unsachgemäße Lagerung verdorben wird. Im Bauwesen ist hygroskopisches Material bei bewitterten Bauteilen von Nachteil, da die Wasserteilchen im Baumaterial bei Frost zu Eiskristallen umgewandelt werden. Diese Kristalle haben ein größeres Volumen als die Wasserteilchen und können zum Abplatzen oder zur Zerstörung von inneren Strukturen des Materials führen. Deshalb werden bei sensiblen Bauteilen frostunempfindliche Materialien gefordert, d. h. diese Materialien dürfen nicht hygroskopisch sein.
Hygroskopie bei Baumaterialien Die Hygroskopizität von Baumaterialien, insbesondere die des Innenausbaus (wie z. B. Putze, Bodenbeläge und Holz), kann entscheidend auf die Luftfeuchtigkeit eines Raumes und somit auf das Raumklima insgesamt Einfluss haben. Die Baustoffe, die viel Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und bei Bedarf rasch wieder abgeben können (hygroskopische Baustoffe: weitestgehend alle pflanzlichen und tierischen Baustoffe wie Holz oder Schafwolle und poröse mineralische Stoffe wie Ziegel, Kalk und Lehm), sind gegenüber nicht saugfähigen Baustoffen (z. B. Kunststoffe, Metalle, Beton) für ein angenehmes Raumklima besonders zu empfehlen. Siehe hierzu auch Dampfsperre, sowie Schlagregendichtheit, Wasserdampfdiffusionswiderstand und Wasseraufnahmekoeffizient eines Baustoffs.
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. November 2009 um 12:41 Uhr |




